GROSSFLÄCHENWERBUNG AUF GERÜSTEN


FLEXIBILITÄT DER EINSATZMÖGLICHKEITEN GELOBT






Maxi-Bannerwerbung an eingerüsteten Fassaden dient sowohl der Baustellenoptik als auch dem Schutz vor Baustellenstaub u. a.
Foto: Scafom-rux

BERLIN (ABZ). - Wie schafft man es als Werbetreibender in Zeiten der visuellen Überstimulierung, seine Botschaft doch noch an den Mann oder die Frau zu bringen? Guerillamarketing, virale Werbung im Internet? Wie wäre es mit der Umsetzung der einfachsten aller Grundregeln? Think big! Warum nicht mal in richtig großen Dimensionen denken? Wo besser könnte man diesem Trend entsprechen als in der Bundeshauptstadt? Millionen Touristen, tausende exponierter Fassaden an vielbefahrenen Kreuzungen – das Ganze gepaart mit der Tatsache, dass jede Menge sanierungsbedürftiges Immobilienvolumen im Dornröschenschlaf vor sich hindämmert; das hört sich nach idealer Kombination an.

Die Ro2 GmbH & Co. KG hat die Entwicklung erkannt. Geschäftsführer Robert Meyer und Bauleiter Carsten Bonk sind mittlerweile anerkannte Spezialisten im Bereich Großflächenwerbung auf Gerüsten – und mit groß meinen sie auch groß. Durch die in den letzten Jahren kontinuierlich gesunkenen Preise im Bereich Großbannerdruck sind Fassadenabhängungen in der Größenordnung mehrerer 1000 m² mittlerweile erschwinglich – und dank spezialisierter Gerüstbauer auch handelbar. Dem Bauträger eröffnen sich so gerade bei Dauerbaustellen interessante Möglichkeiten, seinen Investitionen eine werbefinanzierte Einnahmequelle entgegenzusetzen. Und bei so manchem pfiffigen Werbebanner ergibt sich zumindest für den nicht-gerüstaffinen Betrachter auch noch ein optischer Gewinn verglichen mit dem Dauerausblick auf eine sanierungsbedürftige Fassade samt Baugerüst.

Dass neben dem Know-how in Sachen Windlasten, Gewebestabilität und passgerechter Montage gerade bei altem Baubestand auch gutes altes Gerüstbauerhandwerk gefragt ist, vergisst man bei den Hochglanzwerbeseiten im Überformat schon fast. Aber auch hier zeigt sich, dass der Slogan "Ro2 – Leistung hoch zwei" durchaus seine Berechtigung hat. Aktuell wurde jüngst das ehemalige Warenhaus Rudolph Hertzog in Berlin eingerüstet. Dort entstehen nun exklusive Wohneinheiten. Der Bau wurde ursprünglich ca. 1908 errichtet und verfügt durch die stark gegliederte – wenn auch nach dem 2. Weltkrieg vereinfacht wieder aufgebaute – Fassade über viele Gebäuderücksprünge. Somit waren nicht nur vergleichsweise "simple" Gerüstscheiben aus 5500 m² Rux-Super-100-Material notwendig, sondern die Rücksprünge und Gebäudeüberhänge wurden zudem durch 9000 m³ Ringscaff Modulgerüst aufgefüllt, um für die nachfolgenden Gewerke während der einjährigen Standzeit optimalen Zugang zu allen Fassadenbereichen zu schaffen.

Da die Platzverhältnisse am Boden sehr beengt waren, konnten bei der Gerüstmontage kaum Stauflächen in Anspruch genommen werden. So wurde die Materiallogistik – gerade auch in Hinblick auf die terminlich eingeschränkte Montagezeitvorgabe – akribisch vorausgeplant. Zugute kam den Ro2-Mitarbeitern dabei das einfache Handling des eingesetzten Scafom-rux-Materials. Auch die Flexibilität der Einsatzmöglichkeiten wurde gelobt.

Als besondere Herausforderung betrachtete Ro2-Bauleiter Carsten Bonk die Verankerung der Gerüstkonstruktion an der porösen Fassadensubstanz. Im Zusammenhang mit den an der zu montierenden Werbeplane wirkenden Kräften wurde gerade diesem Aspekt natürlich erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Da es auf angrenzenden Gebäudeteilen teilweise keinen tragfähigen Baugrund gab, wurden Wandinstallationen mit 450er Rux-Gitterträgern zum Abfangen auftretender Lasten konstruiert. Schließlich kam der Moment der Beplanung: 2400 m² Werbebanner verstecken seitdem die Arbeiten am geschichtsträchtigen Gebäude – und auch das Gerüst. "Leider", lacht Geschäftsführer Robert Meyer, "aber vielleicht machen wir ja mal auf 3000 m² Werbung für uns selbst und bilden ein Rux-Super-Gerüst ab!"